Düngebehörde
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Richtwerte für die Berechnung der Betriebsobergrenze und der Düngebedarfsermittlung

Nach dem Inkrafttreten der Novellierung der Düngeverordnung (DüV) vom 30.04.2020 entfällt die Aufzeichnungspflicht des Nährstoffvergleichs. Dies betrifft Nährstoffvergleiche ab dem Bezugszeitraum Kalenderjahr 2020 bzw. Wirtschaftsjahr 2019/2020. Die Einhaltung der Betriebsobergrenze für Stickstoff, umgangssprachlich "170-N-Grenze", bleibt auch nach der Novellierung bestehen. Die Ermittlung der Betriebsobergrenze erfolgt nach bekanntem Schema.

 In den zum Download angebotenen Tabellen sind die Nährstoff-, Gülle- und Jaucheanfallzahlen sowie Nährstoffgehalte im Erntegut gemäß Düngeverordnung (DüV) vom 30.04.2020 dargestellt. Grundlage der Anfallzahlen ist Tabelle 1, Anlage 2 der DüV bzw. der DLG Band 199: Bilanzierung der Nährstoffausscheidungen landwirtschaflticher Nutztiere, 2. Auflage (2017). In begründeten Einzelfällen und in Abstimmung mit dem Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) wurde von der in die DüV aufgenommenen Datenbasis abgewichen.
Wichtig: Bei den Anfallzahlen in der Tierhaltung haben sich durch die Novellierung vom 30.04.2020 keine Änderungen ergeben.

Für die Berechnung der Gesamtstickstoffmenge gem. DüV §6 (4) (max. 170 kg Gesamtstickstoff je Hektar und Jahr) der im Betrieb anfallenden Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft einschließlich des Weideganges und Düngemitteln, bei denen es sich um Gärrückstände aus dem Betrieb einer Biogasanlage handelt, dürfen gemäß DüV lediglich Stall- und Lagerungsverluste abgezogen werden (siehe Tabelle 1, Spalte 2 und 3). Bei dem Analysewert eines Gärrestes sind die Lagerungsverluste bereits abgezogen und können somit bei dieser Berechnung nicht geltend gemacht werden.

Tabelle 1: Kennzahlen für die sachgerechte Bewertung zugeführter Stickstoffdünger1 (gemäß Anlage 2 DüV vom 30.04.2020

  Anzurechnende Mindestwerte in Prozent der Ausscheidungen an Gesamtstickstoff in Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft und andere Kenngrößen
1   Ausbringung
2   nach Abzug der Stall- und Lagerungsverluste
3 Tierart/Verfahren Gülle, Gärrückstände Festmist, Jauche, Weidehaltung²
4 1 2 3
5 Rinder 85% 70%
6 Schweine 80% 70%
7 Geflügel   60%
8 andere Tierarten (z.B. Pferde, Schafe)   55%
9 Betrieb einer Biogasanlage 95%  
  1) Basis: Stickstoffausscheidung abzüglich der Lagerungsverluste bzw. Ermittlung des Stickstoffgehaltes vor der Ausbringung.
2) Weidetage sind anteilig zu berechnen. Über die Weidehaltung sind geeignete Aufzeichnungen zu führen, die der nach Landesrecht zuständigen Stelle auf Verlangen vorzulegen sind.

 


Tabelle 2: Mindestwerte für die Ausnutzung des Stickstoffs aus organischen oder organisch-mineralischen Düngemitteln im Jahr des Aufbringens, die aus folgenden Ausgangsstoffen bestehen (Anlage 3 DüV)

Ausgangsstoff des Düngemittels Mindestwirksamkeit im Jahr des Aufbringens*
in % des Gesamtstickstoffgehaltes
Rindergülle 1. bei Aufbringen auf Ackerland: 60%
2. bei Aufbringen auf Grünland: 50%
Rindergülle separiert 60% - flüssige Phase <15%TS
30% - feste Phase ≥15% TS
Schweinegülle 1. bei Aufbringen auf Ackerland: 70%
2. bei Aufbringen auf Grünland: 60%
Schweinegülle separiert 70% - flüssige Phase <15%TS
30% - feste Phase ≥15% TS
Mischgülle
(Rinder- und Schweinegülle)
1. bei Aufbringen auf Ackerland: 65 %
2. bei Aufbringen auf Grünland: 55%
Mischgülle separiert
(Rinder- und Schweinegülle)
65% - flüssige Phase <15%TS
30% - feste Phase ≥15% TS
Legehennengülle 60%
Rindermist 25%
Schweinefestmist 30%
Mischmist (Rinder- und Schweinemist) 30%
Schaf- und Ziegenfestmist 25%
Hühnertrockenkot 60%
Geflügelmist 30%
Kaninchenfestmist 30%
Pferdefestmist 25%
Rinderjauche 90% 
Schweinejauche
Klärschlamm flüssig (< 15 % TM) 30%
Klärschlamm fest (≥ 15 % TM) 25%
Pilzsubstrat 10%
Grünschnittkompost 3%
Sonstige Komposte 5%
Biogasanlagengärrückstand flüssig 1. bei Aufbringen auf Ackerland: 60%
2. bei Aufbringen auf Grünland: 50%
Biogasanlagengärrückstand fest (≥15%TS) 30%
Biogasanlagengärrückstand separiert, getrocknet 60% - flüssige Phase <15% TS
30% - feste Phase ≥15% TS
Stallreinigungswasser Gehalt verfügbarer Stickstoff
oder Ammoniumstickstoff
gem. düngemittelrechtliche Kennzeichnung
Kartoffelfruchtwasser

Gehalt verfügbarer Stickstoff
oder Ammoniumstickstoff
gem. düngemittelrechtliche Kennzeichnung

PPL Gehalt verfügbarer Stickstoff
oder Ammoniumstickstoff
gem. düngemittelrechtliche Kennzeichnung
Fleisch-/Knochenmehl  Gehalt verfügbarer Stickstoff
oder Ammoniumstickstoff
gem. düngemittelrechtliche Kennzeichnung
sonstige organische Düngemittel Gehalt verfügbarer Stickstoff
oder Ammoniumstickstoff
gem. düngemittelrechtliche Kennzeichnung

*) Gemäß DüV sind für die Ausnutzung des Stickstoffs im Jahr des Aufbringens bei organischen oder organisch-mineralischen Düngemitteln die abgebildeten Werte, mindestens jedoch der ermittelte Gehalt an verfügbarem Stickstoff oder Ammoniumstickstoff, anzusetzen.

 


Änderung vom 16.07.2021:

- Die Fruchtartenliste Ackerbau und die Fruchtartenliste Gemüsebau sind aktualisiert. Zwei Spalten waren verschoben und die Daten wurden damit nicht korrekt dargestellt. 

Änderung vom 08.07.2021:

- Die Tabellen zum Stickstoffbedarfswert und den N- bzw. P2O5-Gehalten im Erntegut wurden aktualisiert und sind gültig ab dem 01.07.2021

Änderung vom 13.10.2021:

- Die Tabelle zum Stickstoffbedarfswert und den N- bzw. P2O5-Gehalten der Ackerbaukulturen gab es im Unterpunkt Vermehrung ein Übertragungsfehler. Dieser wurde behoben und die Datei am 13.10.21 aktualisiert.

Kontakte

Düngebehörde

 0441 801-750

  duengebehoerde~lwk-niedersachsen.de


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