Düngebehörde
Webcode:01037022
Stand:01.01.2022

Aufzeichnungs- und Meldepflichten gem. DüV, NDüngGewNPVO und StoffBilV

In diesem Artikel finden Sie eine Übersicht zu den aktuellen Aufzeichnungs- und Meldepflichten gemäß Düngeverordnung (DüV vom 30.04.2020), Landesdüngeverordnung (NDüngGewNPVO vom 08.05.2021) und der Stoffstrombilanzverordnung (StoffBilV vom 14.12.2017). 

1. Einhaltung der Betriebsobergrenze (170-N-Grenze; §6 (4) DüV)

  • Die Einhaltung der 170 kg N-Grenze wird bei düngerechtlichen Kontrollen landwirtschaftlicher Betriebe weiterhin geprüft.
  • Ermittelt wird die N-Aufbringung mit der durchschnittlich gehaltene Anzahl der Tiere in Verbindung mit deren in der DüV festgelegten N-Ausscheidungswerten je belegtem Platz.
  • Den landwirtschaftlichen Betrieben wird empfohlen bereits zu Jahresbeginn überschlägig die jeweilige N-Menge aus Organik zu berechnen.
  • Rote und Gelbe Gebiete: Meldepflichtige Betriebe müssen die Aufzeichnung/Einhaltung der Betriebsobergrenze für das Düngejahr 2021 bis zum 31.03.2022 in ENNI melden. (siehe auch 4. Meldepflichtige Betriebe)
  • Grüne Gebiete: Betriebe, die nicht oder nur in geringem Umfang von den Gebietskulissen der nitratbelasteten "roten" Gebiete oder der eutrophierten "gelben" Gebiete betroffen sind müssen ihre Aufzeichnungen des Düngejahrs 2021 nicht melden -
    Die Meldeverpflichtung in ENNI für diese Betriebe besteht erstmals zum 31.03.2023 für die Aufzeichnungen des Düngejahrs 2022. 

2. Aufzeichnungspflichten bei der Düngebedarfsermittlung DBE (§ 10 (1) DüV):

  • Vor der Düngung ist der Stickstoff- und Phosphat-Düngebedarf auf der Einzelfläche zu ermitteln und aufzuzeichnen.
  • Der Stickstoff- und Phosphat-Düngebedarf der Einzelflächen ist bis zum 31.03. des der Düngebedarfsermittlung folgenden Kalenderjahres zu einer jährlichen betrieblichen Gesamtsumme aufzuzeichnen.
  • Die Aufzeichnungen und Belege sind sieben Jahre aufzubewahren.
  • Rote und Gelbe Gebiete: Die Aufzeichnung der DBE für das Düngejahr 2021 muss bis zum 31.03.2022 in ENNI gemeldet werden. (siehe auch 4. Meldepflichtige Betriebe)
  • Grüne Gebiete: Betriebe, die nicht oder nur in geringem Umfang von den Gebietskulissen der nitratbelasteten "roten" Gebiete oder der eutrophierten "gelben" Gebiete betroffen sind müssen ihre DBE des Düngejahrs 2021 nicht melden -
    Die Meldeverpflichtung in ENNI für diese Betriebe besteht erstmals zum 31.03.2023 für die Aufzeichnungen des Düngejahrs 2022.
  • Wer ist aufzeichnungspflichtig? Das entnehmen Sie bitte unserem Schema Aufzeichnungspflicht DüV.

3. Aufzeichnungspflichten bei der Dokumentation der durchgeführten Düngemaßnahmen (§ 10 (2) DüV):

  • Spätestens zwei Tage nach jeder Düngungsmaßnahme ist für jeden Schlag oder jede Bewirtschaftungseinheit die Art und Menge der aufgebrachten Stickstoff- und Phosphatdünger aufzuzeichnen.
  • Bei organisch / organisch-mineralischen Düngemitteln ist neben der Menge an Gesamtstickstoff auch die Menge an verfügbarem Stickstoff aufzuführen.
  • Bei der Weidehaltung ist die Zahl der Weidetage und die Art und Anzahl der auf der Weide gehaltenen Tiere zu dokumentieren.
  • Die aufgebrachten Nährstoffmengen müssen aufsummiert werden zu einem gesamtbetrieblichen Nährstoffeinsatz bis zum 31.03.
  •  Die Aufzeichnungen und Belege sind sieben Jahre aufzubewahren.
  • Rote und Gelbe Gebiete: Die Aufzeichnung der Düngungmaßnahmen für das Düngejahr 2021 muss bis zum 31.03.2022 in ENNI gemeldet werden. (siehe auch 4. Meldepflichtige Betriebe)
  • Grüne Gebiete: Betriebe, die nicht oder nur in geringem Umfang von den Gebietskulissen der nitratbelasteten "roten" Gebiete oder der eutrophierten "gelben" Gebiete betroffen sind müssen ihre Dünggnsmaßnahmen des Düngejahrs 2021 nicht melden -
    Die Meldeverpflichtung in ENNI für diese Betriebe besteht erstmals zum 31.03.2023 für die Aufzeichnungen des Düngejahrs 2022.
  • Wer ist aufzeichnungspflichtig? Das entnehmen Sie bitte unserem Schema Aufzeichnungspflicht DüV.

4. Meldepflichtige Betriebe für das Düngejahr 2021:

Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber von Betrieben,

  1. deren landwirtschaftlich genutzte Flächen vollständig in der Gebietskulisse Grundwasser oder der Gebietskulisse Oberflächengewässer liegen oder
  2. deren landwirtschaftlich genutzte Flächen nur teilweise in der Gebietskulisse Grundwasser oder der Gebietskulisse Oberflächengewässer liegen, wenn dieser Anteil
      a)  mindestens 30 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche des Betriebes und zugleich 10 Hektar oder
      b)  30 Hektar umfasst.

siehe auch: Rote Gebiete - welche Vorgaben gelten in nitratbelasteten Gebieten?

siehe auch: Gelbe Gebiete - Was gilt in den eutrophierten Gebieten

siehe auch: ENNI - Meldepflicht, Zugang und Vollmachten


5. Aufzeichnungspflicht Stoffstrombilanzverordnung (StoffBilV)  

  • Die jeweiligen Nährstoffzufuhren und Nährstoffabgaben gem. StoffBilV sind spätestens 3 Monate nach der jeweiligen Zufuhr und Abgabe aufzuzeichnen.
  • Spätestens 6 Monate nach Ablauf des Bezugsjahres sind die Ausgangsdaten und Ergebnisse aufzuzeichnen.
  • Die Bewertung (Stickstoff) der Stoffstrombilanz kann erstmals nach drei Jahren Aufzeichnung erfolgen
    • Bezugszeitraum Kalenderjahr erstmalige Bewertung zum 30.06.2021
    • Bezugszeitraum Wirtschaftsjahr erstmalige Bewertung zum 31.12.2021
  • Die Aufzeichnungen und Belege sind sieben Jahre aufzubewahren.
  • Wer ist aufzeichnungspflichtig? Das entnehmen Sie bitte unserem Schema Aufzeichnungspflicht StoffBilV.
  • Die Aufzeichnungen der Stoffstrombilanz müssen nicht gemeldet werden. 

Der Nährstoffvergleich ist weggefallen und ist nicht mehr Bestandteil der Düngerechtsüberprüfung. 

Kontakte


Düngebehörde

0441 801-750

duengebehoerde~lwk-niedersachsen.de

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