Düngebehörde

Feldtag „Landwirtschaft und Wasserschutz“ in Thülsfelde

Webcode: 01044956
Stand: 24.11.2025

Feldtag im Zeichen des Wasserschutzes: Einblicke in aktuelle Versuchsergebnisse zur Stickstoffdüngung und N-Dynamik im Boden, Pflanzenschutzstrategien und Zwischenfruchtanbau.

Feldtag 'Landwirtschaft und Wasserschutz' Thülsfelde
Feldtag Landwirtschaft und Wasserschutz ThülsfeldeLea Ball

Am 18.11.2025 versammelten sich Berufsschüler/-innen der BBS Friesoythe und Fachschüler/-innen der BBS am Museumsdorf Cloppenburg sowie Kooperationslandwirte, um sich über aktuelle regionale Versuchsergebnisse im Wasserschutzgebiet Thülsfelde zu informieren.

An drei Stationen standen Wasserschutz, Zwischenfruchtanbau und integrierter Pflanzenbau im Fokus. Die Empfehlungen sowie eine praktische Umsetzung in den Betrieben wurden diskutiert.

Thülsfelde ist das zweitgrößte Trinkwasserschutzgebiet in Niedersachsen. In seiner Begrüßung hob Georg Kühling, NLWKN, die gute kooperative Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft vor Ort hervor. Zunehmende Funde von Abbauprodukten des chemischen Pflanzenschutzes (sog. Metabolite) erfordern weitergehende Maßnahmen. Er lobte, dass auf dem Feldtag neben der N-Düngung auch der integrierte Pflanzenschutz thematisiert wurde. 

Feldtag 'Landwirtschaft und Wasserschutz' Thülsfelde
Feldtag Landwirtschaft und Wasserschutz ThülsfeldeLea Ball
An der ersten Station informierten Wolfgang Klahsen, LWK Niedersachsen und Simone Merl, Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) über Erträge, N-Dynamik im Boden und den Nitrataustrag mit dem Sickerwasser in einer Silomais-Winterroggen-Wintergerste-Fruchtfolge. Der Versuch zeigt, wie unterschiedlich sich verschiedene Kulturarten und N-Düngungshöhen auf die N-Dynamik im Boden und den Nitrataustrag mit dem Sickerwasser auswirken und wie standort- und kulturartenspezifische Bewirtschaftung hilft, Nitratverlagerung zu vermeiden. Auf dem humosen, N-nachliefernden Standort in Thülsfelde sollte der Silomais geringer mit Stickstoff gedüngt werden als nach aktueller DüV möglich.

 

 

Feldtag 'Landwirtschaft und Wasserschutz' Thülsfelde
Feldtag Landwirtschaft und Wasserschutz ThülsfeldeLea Ball
Sarah Kempe und Tobias Jöring, beide Team Pflanze der Bezirksstelle Oldenburg-Süd, widmeten sich an der zweiten Station dem integrierten Pflanzenschutz im Maisanbau und dem Erdmandelgras – einem Problemunkraut, das sich in mehreren Regionen zunehmend ausbreitet. Vorgestellt wurden Strategien zur Unkrautbekämpfung, die insbesondere unter dem Aspekt des Wasserschutzes auch besonderes Augenmerk auf mechanische Verfahren zur Unkrautregulierung und die praktische Umsetzung dieser gelegt. Die Station verdeutlichte, dass der integrierte Pflanzenschutz nicht nur den Ertrag sichert, sondern auch einen wichtigen Beitrag zu Boden- und Gewässerschutz leisten kann.

 

 

Feldtag 'Landwirtschaft und Wasserschutz' Thülsfelde
Feldtag Landwirtschaft und Wasserschutz ThülsfeldeLea Ball

Der Zwischenfruchtanbau stand an der dritten Station im Mittelpunkt. Hier gaben Tim Eiler und Karen Peters, beide LWK Niedersachsen, Auskunft über die rechtlichen Rahmenbedingen zur Düngebedarfsermittlung und der N-Nachlieferung der Zwischenfrüchte, sowie deren Düngung im Herbst. Zudem stellten sie Versuchsergebnisse vom Standort Wehnen (LK Ammerland mit ähnlichen Standortverhältnissen) zur ermittelten N-Nachlieferung von ungedüngten und gedüngten Zwischenfrüchten sowie deren Auswirkungen auf die NO3-Konzentration im Sickerwasser vor. Anschließend präsentierte Henning Knobbe, Wasserschutzberater der LWK Niedersachsen und zuständig für die Trinkwasserschutzkooperation Thülsfelde, Ergebnisse der langjährigen Erhebungen der Herbst-Nmin-Werte von den landwirtschaftlichen Flächen im Wasserschutzgebiet. Der herausragende Nutzen der Begrünung über Winter für den Wasserschutz konnte anhand langjährig erhobener Stickstoffgehalte im Boden (Nmin) deutlich gemacht werden. Diese Maßnahme wird mit Mitteln aus der Wasserentnahmegebühr gefördert.

Zum Abschluss stellte ein Landwirt, der Mitglied der Wasserschutzkooperation ist, einen Striegel und eine Striegel-Saat-Kombination vor, die vom OOWV für die Trinkwasserschutzkooperation angeschafft wurden.

Die auf dem Feldtag präsentierten Ergebnisse zeigen, dass mit einer standortangepassten Bewirtschaftung nicht nur stabile Erträge gesichert werden können, sondern gleichzeitig ein sehr großer Beitrag zum Grundwasser- und Bodenschutz geleistet werden kann.

Landesweite Aufgaben gem. § 28 NWG
Landesweite Aufgaben gem. § 28 NWGMarie-Christin Albers