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Wasserschutzversuche, Sickerwasser- und ergänzende Nmin-Untersuchungen - Versuchsstandorte 2020

Im Rahmen der landesweiten Aufgaben im kooperativen Trinkwasserschutz (§ 28 NWG) führt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen Versuche zur grundwasserschutzorientierten Landbewirtschaftung durch. Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) finanzieren die Versuche aus der Wasserentnahmegebühr des Landes.

Wasserschutzversuche, Sickerwasseruntersuchungen und ergänzende Nmin-Untersuchungen - Versuchsstandorte 2020
Wasserschutzversuche, Sickerwasseruntersuchungen und ergänzende Nmin-Untersuchungen - Versuchsstandorte 2020Marie-Christin Albers
Im Versuchsjahr 2020 kommen zu den langjährigen Versuchsstandorten (Thülsfelde, Wehnen, Hamerstorf, Schickelsheim), auf denen seit vielen Jahren statisch unterschiedliche Versuchsvarianten zur N-Düngung bei verschiedenen Fragestellungen für eine grundwasserschutzorientierte Landbewirtschaftung untersucht werden, zwei neue Standorte hinzu. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), die Hochschule Osnabrück und die Universität Göttingen (in Zusammenarbeit mit der Universität Vechta) betreuen dabei mit dem thematischen Schwerpunkt „Vermeidung von Nitrateinträgen in das Grundwasser“ die Sickerwasseranlagen. Die Laufzeit und die dazugehörigen Versuchsfragestellungen unterscheiden sich dabei wie folgt:

Die bisherigen Ergebnisse der Sickerwasseruntersuchungen sind in den entsprechenden Berichten des LBEG veröffentlicht.

Je nach Versuchsfrage werden neben den Auswirkungen auf den Nitrataustrag mit dem Sickerwasser an allen Standorten auch die Auswirkungen der Bewirtschaftung, insbesondere der Stickstoffdüngung und der Fruchtfolgen auf die N-Dynamik im Boden, die N-Bilanzen sowie die Erträge und die Qualitätsparameter untersucht.

 

  • Thülsfelde, seit 1995 (Versuchsnummer 644 a – c)

            Versuchsfrage:                Auswirkungen reduzierter und überhöhter N-Düngung auf die Nitratkonzentration im Sickerwasser

            Fruchtfolgerotation:         644a Winterroggen + Zwf – Wintergerste + Zwf – Silomais (mit Sickerwasseruntersuchungen)

                                                 644b Winterroggen – Silomais – Silomais

                                                 644c Winterroggen + Zwf – Sommergerste + Zwf – Silomais

            Kultur in 2020:                Silomais Engsaat und Normalsaat

            Sickerwasseranalysen:    LBEG

 

  • Wehnen, seit 2012 (Versuchsnummer 645 Block 1 und 2)

Versuchsfrage:         Auswirkungen durch Zwischenfruchtanbau mit und ohne Düngung auf die N-Nachlieferung und die Nitratkonzentration im Sickerwasser

Fruchtfolgerotation:   Block 1: Winterroggen + ZwF (in vier Varianten)

                               Block 2: Silomais

Kultur in 2020:          Winterroggen mit anschl. ZwF und Silomais

            Sickerwasseranalysen:  LBEG

 

  • Hamerstorf, seit 2013 (Versuchsnummer 643 a und b)

Versuchsfrage:               Vergleich von Fruchtfolgen und Verbesserung der Sickerwasserqualität durch eine grundwasserschutzorientierte Gestaltung der Fruchtfolge

Fruchtfolgerotation:        643a Silomais mit Grasuntersaat - Braugerste - Zwischenfrucht - Kartoffel (früh) - Zwischenfrucht

                                    643b Silomais - Braugerste - Zwischenfrucht - Kartoffel

Kultur in 2020:               Silomais mit Grasuntersaat und Silomais konventionell

            Sickerwasseranalysen:   LBEG

 

  • Wehnen, seit 2014 (Versuchsnummer 649)

Versuchsfrage:                Reduzierte und erhöhte N-Düngung; grundwasserschutzorientierte organische Düngung 

Fruchtfolgerotation:          Winterroggen – Silomais

Kultur in 2020:                 Silomais

           Sickerwasseranalysen:      LBEG

 

  • Schickelsheim, seit 2018 (Versuchsnummer 491b 1-3)

Versuchsfrage:                 Grundwasserschutzorientierter Einsatz verschiedener organischer Dünger in Ackerbauregionen Niedersachsens 

Fruchtfolgerotation:          Winterraps – Winterweizen – Wintergerste (die Blöcke rotieren alle drei Jahre)

Kultur in 2020:                 Winterraps, Winterweizen, Wintergerste

            Sickerwasseranalysen:     LBEG

 

  • Belm, seit 2020

Versuchsfrage:                 Reduzierung der Nitratbelastung im Wasserschutzgebiet durch ökologisches Fruchtfolgemanagement mit und ohne organische Düngung bzw. Kleegrasmulch

Fruchtfolgerotation:          Kleegras – Silomais – Wintergerste – Sommerhafer (die Blöcke rotieren alle vier Jahre)

Kultur in 2020:                 Kleegras, Silomais, Wintergerste, Sommerhafer

            Sickerwasseranalysen:    Hochschule Osnabrück

 

  • Markhausen, seit 2020

Versuchsfrage:                  Auswirkungen unterschiedlich hoher mineralisch und mineralisch-organischer N-Düngung auf die Nitratkonzentration im Sickerwasser unter Grünland 

            Sickerwasseranalysen:      Universität Göttingen (in Zusammenarbeit Universität Vechta)

 

Aufgrund der hohen Nachfrage zu Ernte- und Herbst-Nmin-Werten wird das Versuchsprogramm auch in 2020 durch neue Standorte und weitere Kulturen ergänzt. Sofern möglich, wird auch auf den einjährigen Versuchsstandorten und zusätzlich auf den Landessortenversuchsflächen (LSV) im Silomais die Ernte- und Herbst-Nmin-Beprobung realisiert. Dabei werden aktuelle Themen wie z.B. der Einfluss der Gülleansäuerung oder auch der Einfluss der Beregnung auf die N-Dynamik im Boden untersucht. Bei der Auswahl der Versuchsstandorte werden die verschiedenen Anbauverhältnisse und die Auswaschungsgefährdung in Niedersachsen bestmöglich berücksichtigt. In dem jährlichen Nmin-Bericht werden zum Jahresende alle Nmin-Untersuchungen, die im Rahmen der landesweiten Aufgaben durchgeführt werden, veröffentlicht.

Kontakte

Andrea Knigge-Sievers
Dipl.-Ing. agr.
Andrea Knigge-Sievers

landesweite Aufgaben im kooperativen Trinkwasserschutz §28 NWG

 0441 801-431

  andrea.knigge-sievers~lwk-niedersachsen.de


Marie-Christin Albers
M.Sc.
Marie-Christin Albers

Koordinatorin Zentrale Ansprechstelle Landesdüngeverordnung (ZALD)

 0441 801-412

  marie-christin.albers~lwk-niedersachsen.de


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