Düngebehörde

Kennzeichnungsbeispiele für Klärschlämme

Webcode: 01033490

Klärschlämme, die als Düngemittel in Verkehr gebracht werden, müssen nach den Vorgaben der Düngemittelverordnung (DüMV) vom 05.12.2012, zuletzt geändert am 02.10.2019 gekennzeichnet werden.

Um Klärschlämme nach guter fachlicher Praxis bedarfsgerecht verwerten zu können, benötigt der Landwirt nach den Vorschriften der Düngeverordnung vor der Anwendung Informationen über das Produkt. Die Anwendung von Klärschlämmen darf demnach nur erfolgen, wenn dem Betriebsleiter durch schriftliche Aussagen die Stickstoff- und Phosphatgehalte bekannt sind. Bei der Aufnahme von Klärschlämmen als Düngemittel hat diese Aufzeichnung nach den Vorgaben der Düngemittelverordnung durch eine Warendeklaration (Kennzeichnung) zu erfolgen. Zusätzlich sind u.a. Lagerungs- und Anwendungsvorgaben sowie weitere detaillierte Vorgaben zur stofflichen Zusammensetzung nach Klärschlammverordnung (AbfKlärV) vom 27.09.2017 zu beachten.

Die Warendeklaration stellt eine wesentliche Verbraucherinformation über das Produkt dar. Sie ist die Grundlage für die Planung der Düngungsmaßnahme und außerdem unerlässlich für die richtige Erstellung des Nährstoffvergleichs des aufnehmenden Betriebes.

In welcher Form und mit welchem Inhalt die Warendeklaration vom Inverkehrbringer des Klärschlamms erstellt werden muss, ist in den Kennzeichnungsvorgaben der DüMV (§6 in Verbindung mit Anlage 2 Tabelle 10) konkret geregelt.

Zusätzlich weisen wir noch auf folgende Punkte hin:

-      Ab dem 01.01.2018 muss auch die Angabe des wasserlöslichen und des neutral-ammoncitrat-löslichen Phosphats in der Kennzeichnung erfolgen, wenn diese den Wert von 1 % in der Frischmasse übersteigen.

-      Ab dem 01.01.2019 dürfen Polymere nur eingesetzt werden, wenn sämtliche Polymerbestandteile in 2 Jahren um mindestens 20 % abgebaut werden. Bei Nichterfüllung des Abbaus ist eine Höchstfracht von 45 kg/ha in 3 Jahren zulässig.

Auf der Kennzeichnung muss folgender Hinweis erfolgen:

  • enthält Polymere
  • Höchstfrachten 45 kg/ha in 3 Jahren

In der Anlage sind die wichtigsten Kennzeichnungsbeispiele für Klärschlämme aufgeführt.

Ältere Kennzeichnungsbeispiele haben ihre Gültigkeit verloren, sie sind unbedingt durch die neuen zu ersetzen!

 

Weitere Auskünfte erhalten Sie bei der Düngebehörde der Landwirtschaftskammer.

 

Kontakte

Karin Lambers
Dipl.-Ing.
Karin Lambers

Fachreferentin Düngemittel, Boden- und Abfallrecht

0441 801-429

0160 4700 512

karin.lambers~lwk-niedersachsen.de

Heino Martens
Dipl.-Ing. agr. (FH)
Heino Martens

Düngemittel-, Abfall-, Bodenschutzrecht

0441 801-237

heino.martens~lwk-niedersachsen.de

Mehr zum Thema

Klärschlammbericht

Klärschlammberichte stehen online zur Verfügung

Die Klärschlammberichte aus Niedersachsen werden seit vielen Jahren durch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und seit 2017 durch die Düngebehörde erstellt. Nun stehen die Berichte der letzten drei Jahre aus Niedersachsen auch …

Mehr lesen...

Neues europäisches Düngemittelrecht tritt am 16.7.2022 in Kraft

Mit der neuen Düngeprodukteverordnung wird die bisherige Verordnung (EG) Nr. 2003/2003 abgelöst und bringt viele Änderungen für die Düngemittelhersteller und Anwender auf dem europäischen und deutschen Dü…

Mehr lesen...

Änderung der Berichtspflicht für die EU-Klärschlammrichtlinie

Aufgrund von Vorgaben der EU-Kommission zu den Berichtspflichten der Mitgliedsstaaten, müssen von 2022 an die mit Klärschlamm gedüngten Flächen an die EU gemeldet werden.

Mehr lesen...
Klärschlammerde

Neue düngerechtliche Vorgaben für Klärschlammkompost und Klärschlammerden

Mit dem neuen Erlass vom 24.02.2022 hat das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) unter Beteiligung des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und …

Mehr lesen...

Kennzeichnungsvorschriften für Düngemittel

Düngemittel, die gewerbsmäßig in den Verkehr gebracht werden, müssen nach den Vorschriften der Düngemittelverordnung (DüMV) vom 05. 12. 2012, zuletzt geändert am 02. Oktober 2019, richtig gekennzeichnet werden.&…

Mehr lesen...

NIRS-Sensoren auf Güllewagen – praxisreif für die Dokumentation nach Düngerecht?

NIRS-Sensoren werden schon seit längerem auf Feldhäckslern eingesetzt, um die Trockensubstanz des Erntegutes zu bestimmen. Schon seit 2007 gibt es auch ein NIRS-System zur Bestimmung von Trockensubstanz und Nährstoffen in flü…

Mehr lesen...